Ist es Gewöhnung oder Resignation, süßes Vergessen oder Verdängung? Ich bin nun schon eine Weile wieder in den Gefilden, in denen ich aufgewachsen bin. Nachdem ich mich sehr schweren Herzens vom geliebten Weinviertel verabschiedet hatte. Je länger ich von dort weg war, desto weniger schlimm schien es mir, bis ich zuletzt sogar dachte, dass die wenigen, aber unbestreitbar vorhandenen Vorteile meiner offiziellen Heimat Grund genug seien, mich dort wieder dauerhaft anzusiedeln.

Jetzt bin ich in Dänemark, an dem Ort, der mich ebenfalls von frühester Kindheit an begleitet, jedenfalls in den Sommern, und es ist zum Sterben schön. Wie jedes Mal überfällt mich mehrmals täglich der Gedanke, dass ich nicht weg möchte. Letztes Jahr, als es von hier noch zurück ins Weinviertel ging, war das nicht annähernd so schlimm. Jetzt dagegen umweht sogar ein Hauch von Panik den Unwillen beim Gedanken an die Abreise. Und auf einmal ist es so klar und frei von jeglichen Zweifeln wie in den ganzen letzten Monaten nicht: Ich bin zuhause nicht zu Hause und muss so schnell wie möglich wieder weg von dort.

Meine langfristige Planung wird durch diese Einsicht einfacher und schwerer zugleich. Und ich habe meine Tarotkarten nicht dabei, ich dummes Huhn…

Kindheitsnostalgie

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