Die vorletzte Nacht war unruhig. Erst waren immer wieder Sirenen zu hören, dann flog ein Hubschrauber über der Sommerstadt hin und her, und Hundestaffeln patrouillierten am Strand. Am Morgen erfuhren wir dann, dass kein Mörder gesucht wurde sondern eine lebensmüde Person, die von der Storebelt-Brücke gesprungen war.

Erst kurz davor las ich vom Tod der Bloggerin Sophie Hingst, wahrscheinlich ebenfalls ein Selbstmord.

Auch meine Mutter, die an Alzheimer erkrankt ist, erwähnt das Thema hier im Urlaub beinahe täglich. Daher ist es wenig verwunderlich, dass mich die Problematik gerade besonders beschäftigt. Ausgerechnet hier, am „happy place“ unserer Familie, seit vielen Jahrzehnten.

Ich weiß, dass Probleme, Ängste und Depressionen im Urlaub keine Pause einlegen. Trotzdem finde ich die gehäufte Präsenz des Themas zu diesem Zeitpunkt auffällig. Und ich mache mir entsprechende Gedanken. Über die Zufriedenheit mit dem Leben, über zu hohe oder zu niedrige Erwartungen an die Zukunft und potenzielle Enttäuschungen, Krankheiten oder Schicksalsschläge.

Was kann man denn schon planen? Und wieviel sollte man planen?

In der Hinsicht war ich immer schon ziemlich unsicher. Allerdings habe ich in der letzten Zeit und besonders in diesem Urlaub eine gehörige Portion mehr Klarheit darüber erhalten, wie und wo ich leben möchte. Im Groben.

Die Details sind wohl das Schwammige, das man sowieso weder genau planen kann noch sollte. Das betrifft vor allem den Weg zum Ziel, der mir nach wie vor schleierhaft ist. Aber manifestieren kann man schließlich auch so.

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