In der Ethnologie steht das „Numen“ für die magische Kraft, die einem Ding, einem Tier oder einem Menschen inne wohnen soll. In der Religionswissenschaft bezeichnet es das „gestaltlos Göttliche“. Die Erzählforschung verwendet den Begriff entsprechend häufig im Bereich der Märchen und Sagen oder der Fantasyliteratur. Und auch Psychologen kennen ihn: Carl Gustav Jung zufolge erscheinen Archetypen dem Bewusstsein als numinos.

Das Numen, wie auch immer man es definieren möchte, ist das Salz in der Suppe unser Geschichten, unserer Erlebniswelten und unseres kollektiven und individuellen Erfahrungsschatzes. Manche streben danach. Andere behaupten, es nicht zu tun.

You know you are on the right path if you have experienced these: the scraped knuckles, the sleeping on cold ground – not once, but over and over again, the groping in the dark, the walking in circles in the night, the bone-chilling revelations, and the hair-raising adventures on the way — these are worth everything. There must be a little, and in many cases, a good deal of blood spilled on every story, on every aspect of your own life, if it is to carry the numen, if a person is to carry a true medicine.
– Clarissa Pinkola Estes | „Women Who Run With the Wolves“

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