Vor ein paar Tagen las ich einen buddhistischen Text über den Umgang mit Angst. Dass Ängste durchaus sinnvoll sind und vor potenziellen Gefahren schützen, will ich gar nicht bestreiten. Aber oft genug sind Ängste übersteigert, manchmal sogar völlig aus dem Ruder gelaufen. Und nicht selten werden sie zu manipulativen Zwecken bewusst geschürt.

Es würde viel zu weit führen, jetzt über krankhafte Phobien oder aktuell umgehende Gespenster in unserer Gesellschaft zu philosophieren. Aber die Zwiespältigkeit von Angst ist zweifellos faszinierend. Deshalb fand ich es besonders interessant, zu lesen, dass wir zusätzlich zu den Ängsten, derer wir uns völlig bewusst sind, auch noch einen ganzen Haufen unbewusster Ängste mit uns herumschleppen. Die Folgen solcher unbewussten Ängste sind permanente Schutzmaßnahmen, wie eine Rüstung, die nie abgelegt wird. Und das ist verdammt unbequem und hinderlich. Selbst erholsamer Schlaf ist dann kaum möglich.

Deshalb ist es so wichtig, den eigenen Ängsten auf den Grund zu gehen und dabei auch in den hintersten Winkeln nachzuschauen, die wir normalerweise lieber meiden. Wenn wir also nicht richtig voran kommen, das Gefühl haben, fest zu stecken, gelähmt zu sein oder uns sogar selbst zu behindern, dann ist es gut möglich, dass wir gegen eine unbewusste Angst aufgerüstet haben und kaum noch handlungsfähig sind.

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