• Pfotenabdrücke eines trabenden Fuchses
    Grimoire

    Probleme mit der Jägersprache

    Dass Sprache das Denken nicht nur offenbart, sondern auch prägt, ist ein bekannter Fakt, und unter anderem deshalb habe ich manchmal Schwierigkeiten mit dem Vokabular der Jägersprache. Eines meiner Lieblingsbeispiele ist der Begriff der „Bodenverwundung“, denn unter „Verwundung“ versteht der Normalmensch eine Verletzung und damit etwas Negatives. Jäger bezeichnen aber auch die „Fußabdrücke“ von Tieren als Bodenverwundung, und zwar nicht nur dann, wenn eine Rotte Wildschweine oder die Hufe mehrerer Pferde den Boden aufgewühlt haben, sondern auch, wenn es sich um die Spur eines Fuchses handelt. Mich befremdet das, und ich würde mir wünschen, dass im Zuge der Modernisierung des Jagdwesens auch die Sprache entsprechend angepasst würde. Zumal Sprache etwas…

  • Fuchs
    Grimoire

    Fuchs, du hast die Ente gestohlen

    Da, wo ich im Moment lebe, sind die größten Beutegreifer Fuchs und Mäusebussard. Beide sind keinerlei Gefahr für Spaziergänger, spielende Kinder oder kleine Hunde, und für die Landwirte sind sie nützlich, da sie die Mäusepopulation in Grenzen halten. Man sollte meinen, dass das Zusammenleben leicht bis sorglos ausfällt. Ein Trugschluss, wie ich letzte Woche erfahren habe. Das Gebiet, in dem ich früh morgens mit den Hunden gehe, gehört zum Revier eines erstaunlich großen Fuchses. Als ich ihn zum ersten Mal sah, traute ich meinen Augen kaum und glaubte sogar an die unrealistische Möglichkeit eines Goldschakals. Das Exemplar hat nicht die klassische, gedrungene Rotfuchsstatur mit eher kurzen Beinen und buschiger Rute.…